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DAS TAGEBUCH DER CONCHITA

VORWORT
ZUR DEUTSCHEN ÜBERSETZUNG DES TAGEBUCHS DER CONCHITA, GESCHRIEBEN IN SAN SEBASTIÁN DE GARABANDAL

© Alle Rechte vorbehalten Stiftung Causa Garabandal

Viele Bücher und Webseiten über Garabandal bringen das (öffentliche) Tagebuch der Conchita nicht, obwohl es sich um die einzige persönliche Niederschrift von einer der Seherinnen der Marienerscheinung von Garabandal handelt.

Kurz zur Geschichte dieses Büchleins: Im Jahr 1962 legten einige Theologen, welche die Erscheinungen von Garabandal für authentisch hielten, der Seherin Conchita Gonzalez nahe, sie solle doch eine Art Tagebuch über ihre und die Erfahrungen der anderen drei Seherinnen niederschreiben. Conchita kam dieser Bitte nach, obwohl sie selbst gar nicht so erpicht auf diese Arbeit war. Das Mädchen hatte zu der Zeit nur eine sehr rudimentäre Schulbildung genossen, und tat sich schwer mit Schreiben. Es ist zwar anzunehmen, dass ihr die Dorflehrerin vielleicht bei einigen wenigen Formulierungen behilflich war; sicher ist hingegen auf Grund der vielen Rechtschreibfehler, dem schlechten Stil, den falschen Wochentagen und anderen Details, dass Conchita dieses Tagebuch sehr wohl selbstständig und von eigener Hand schrieb. Sie tat dies aus ihrer Erinnerung und gemäß dem, was die Eltern der Mädchen und andere Dorfbewohner gesehen hatten, was die vielen kleinen Probleme mit der genauen Datierung einiger Ereignisse erklärt.

Wir wissen heute, dass es von dem 64-seitigen Tagebuch mehrere handschriftliche Kopien gab, und dass die Seherin selbst ihr einziges Exemplar vor Jahrzehnten ausgeliehen und nie zurückbekommen hatte. (s. weiter unten)

Das Tagebuch in spanischer Sprache wurde von der amerikanischen Joey Lomangino Stiftung gedruckt. Auf Grund dessen, dass es sich quasi um einen Privatdruck handelte, ist nicht einmal das genaue Jahr der ersten Ausgabe bekannt. Dieser Druck, in der Praxis die einzig bekannte gedruckte Ausgabe, wird als „Padre Morelos“ Version bezeichnet.

Im Jahr 1967 gab der Franzose Gabriel du Pilier die erste Übersetzung aus dem Spanischen überhaupt heraus. Du Pilier hat aber, wie ein anderer bekannter Garabandal Übersetzer, Gérard Suel, nicht nur den Text ins Französische übertragen, sondern war auch selbst mit den Erscheinungen gut vertraut, interviewte den Jesuitenpater Ramon M. Andreu persönlich und zeichnete für die ausführlichen Fußnoten verantwortlich. Du Pilier übersetzte aus Fotokopien oder direkt aus einem der handschriftlichen Exemplare der Conchita. Der Titel lautet: JOURNAL DE CONCHITA, Traduit de l'espagnol par G. du Pilier, © 1967 Nouvelles Éditions Latines, Paris. Von dem Büchlein gibt es ein Faksimile auf einer französischen Webseite, der Druck ist vergriffen. http://www.temoins-amour-esperance.fr/Francais/Garabandal/Journal de Conchita.pdf

Die einzige bisherige deutsche Übersetzung des Tagebuchs der Conchita, die sich im Buch von Irmgard Hausmann findet (Die Ereignisse von Garabandal, 1981, Verlag Siegfried Hacker, Gröbenzell), wurde nicht, wie die Autorin schreibt, direkt aus dem originalen spanischen Manuskript übersetzt, sondern orientiert sich oft an der französischen Übersetzung von du Pilier, was sogar bei Stellen zu Übersetzungsfehlern führt, die in der „Padre Morelos“ Version korrekt wiedergegeben werden. So beschreiben z.B. die drei Mädchen den Zustand Conchitas in der allerersten Ekstase als: „que estaba “no sé cómo” / (Conchita) war „Ich weiss nicht wie“, was ja der Wahrheit entspricht, da die Ekstasezustände in Garabandal einzigartig waren. Pilier übersetzt diese Stelle mit: „C'est qu'elle était toute drôle“, was vertretbar ist, weil „drôle“ auch seltsam und bizarr bedeuten kann, aber es wörtlich mit „weil sie so spassig war“ zu übersetzen, wie Hausmann es tut, ist nicht vertretbar, und zeigt klar, dass die Autorin hier nicht aus dem spanischen Text übertragen hat.

Die erste englische Übersetzung wurde von dem amerikanischen Pater Joseph A. Pelletier erarbeitet („Our Lady comes to Garabandal“, An Assumption Publication, USA, 1971). Auch Pelletier besaß gemäß dem Vorwort seines Buches Fotokopien eines der handschriftlichen Originale, hat diese aber nicht immer konsequent verwendet.

Das Problem mit der spanischen Ausgabe der Lomangino Stiftung ist, dass der Text des Tagebuches nur in den ersten 5 oder 6 Seiten (der Seitenumbruch lässt sich nicht immer rekonstruieren) der handschriftlichen Niederschrift der Conchita folgt. Danach stellt dieser eine Mischung aus einer Rückübersetzung der Ausgabe von du Pilier, originalen Lesarten und Interpolationen der für jene Ausgabe verantwortlichen Person dar.

Dass es sich bei dieser spanischen Textform, die sich sowohl in gedruckter als auch elektronischer Form überall findet, (eben der „Padre Morelos“ * Version), nicht um den Originaltext handeln kann, den Conchita als 13-jähriges Kind niederschrieb, fiel bereits in der Vergangenheit verschiedenen spanischen und französischen Autoren auf. Einige spekulierten sogar, dass der ursprüngliche handschriftliche Text der Conchita ein anderer war. Dies hat sich durch unsere Untersuchung NICHT bestätigt. Die Veränderungen des Textes sind rein sprachlicher Natur. Eine bekannte und immer noch in ausreichender Zahl vorhandene Druckausgabe der „Padre Morelos“ Version ist:

„Diario de Conchita de Garabandal“, Prólogo por el doctor Jerónimo Dominguez, New York Publishing Co., New York, ca. 1972 (kart., grüner Einband). Ansonsten sind mehrere digitale Ausgaben dieses Textes gratis im Web abrufbar.

Wir erachteten es deshalb für notwendig, eine Kopie des originalen spanischen Textes zu bekommen, bevor es Sinn machte, eine neue deutsche Übersetzung von Conchitas Tagebuch in Angriff zu nehmen. Denn es stellte sich endgültig heraus, dass die erwähnte „Padre Morelos“ Version * nach den ersten Seiten einen stark verfälschten Text bringt, der nicht die ursprüngliche Sprache der 13-jährigen Conchita wiedergibt.

* Warum diese Ausgabe der amerikanischen Garabandalzentren so genannt wird, ist unklar. Wieso sollte gerade ein mexikanischer Priester, der ein großer Verehrer der heiligen Jungfrau von Garabandal war, für diese Übertragung der französischen Ausgabe von du Pilier verantwortlich sein, in der man dessen Namen unterdrückt hat, aber so dilettantisch vorging, dass man vergaß, eine gedruckte französische Überschrift zu entfernen?


Rekonstruktion und deutsche Übersetzung des Originaltextes

Wichtige Anmerkung der Stiftung:

(Bei einigen in diesem Vorwort und den Fußnoten zur deutschen Übersetzung vorgebrachten Meinungen handelt es sich um die persönlichen Ansichten unseres Mitarbeiters.

Dies trifft nicht auf die hier geschilderten Umstände und die deutsche Übertragung zu, die in bestem Wissen und Gewissen so genau als möglich erarbeitet wurde, und deren Ziel es ist, die Gedanken der Seherin Conchita Gonzalez wahrheitsgetreu ins Deutsche zu übertragen. Die Worte in runden Klammern dienen zum besseren Verständnis des Textes, den Conchita nicht immer sauber ausformuliert hat (ein Grund für die veränderte Form der spanischen Ausgabe)


Wie es dazu kam, dass der originale Text des Tagebuches der Conchita rekonstruiert werden konnte.  (Leser, die an dieser Recherche nicht interessiert sind, bitten wir, den folgenden Abschnitt in doppelten Klammern zu überspringen).

[[Das Problem war also das Fehlen eines alternativen Textes, mit Ausnahme von vier (nicht zusammenhängenden) Faksimile-Seiten des ursprünglichen Tagebuchs, die in der ersten französischen Übersetzung des Tagebuchs im Jahr 1967 von Gabriel du Pilier reproduziert wurden. Weitere fünf Seiten (das Ende des Tagebuchs) finden sich in einem Buch des bekannten Garabandal Autors der ersten Stunde, Francisco Sanchez-Ventura („Las negaciones de Garabandal“, zu deutsch: Die Widerrufungen oder Verneinungen von Garabandal, 1966), – also insgesamt neun von insgesamt 64 handgeschriebenen Seiten des Originaltagebuchs.

Nach einer ausgiebigen Suche im Internet war es möglich, zwei Versionen zu finden, die sich vom Text der „Padre Morelos“ Version zu unterscheiden schienen. Nach einer weiteren Online-Suche und verschiedenen Abklärungen bezüglich des Textes selbst, konnte die Quelle dieses abweichenden Textes ausfindig gemacht werden. Sie fand sich auf einer kleinen, sichtlich alten Webseite, die von einem Provider in Bilbao, im Baskenland, gehostet wird. Auf Grund einiger Nachforschungen und dem Fehlen von Absätzen, konnte vermutet werden, dass der elektronische Text des Tagebuchs auf der besagten Webseite aus einer optischen Texterkennung (OCR) einer maschinegeschriebenen (nicht gedruckten) Kopie des Tagebuchs stammen musste (was sich später als korrekt herausstellte).

Dieser Text war allerdings von schlechter Qualität und ein wichtiger Abschnitt fehlte. Auch gab die Webseite selbst keinerlei Hinweis auf ihren Autor. Jedoch gab es in einem anderen Teil der Seite einen Link zu einem Youtube-Kanal. Leider handelte es sich um einen alten Kanal ohne persönliche Informationen oder neue Einträge. Bei der Suche nach Schlüsselwörtern fand sich jedoch eine neuere Version des Kanals, die ihrerseits einen Link zu einer Facebook-Seite des Users mit seinem vollen Namen enthielt. Ein Blick auf die letzten Aktivitäten machte jedoch deutlich, dass die Seite nicht sehr häufig genutzt wurde. Bei der Suche nach einer Adresse für den angegebenen Namen tauchte unerwarteterweise ein Eintrag in den gelben Seiten eines spanischen Online-Verzeichnisses auf (seltsamerweise in portugiesischer Sprache), in dem eine Postadresse in Bilbao angegeben war. Einen klassischen Brief an diese Adresse zu schreiben, erschien angebracht. Die Wahrscheinlichkeit, dass dies zu etwas führen würde, war allerdings gering.

In der Zwischenzeit gelang es unserer Stiftung, dank der freundlichen Vermittlung von Herrn Glenn Hudson, der für die Joey Lomangino Stiftung in New York zuständig ist, Kontakt mit der Seherin Frau María Concepción Keena selbst aufzunehmen. Zu unserer großen Enttäuschung stellte sich heraus, dass Conchita das einziges Exemplar ihres eigenen Tagebuchs vor sehr langer Zeit ausgeliehen und nie zurückerhalten hatte, so dass sie uns diesbezüglich auch nicht helfen konnte. In der Zwischenzeit hatte überraschenderweise die besagte Person aus Bilbao unserem Mitarbeiter eine E-Mail geschickt (es war anfangs keineswegs klar, dass die Adresse zur richtigen Person gehörte) und bestätigt, dass sie es war, die den fraglichen Text vor Jahren hochgeladen hatte, aber sie nicht mehr wusste, wo die Originalseiten abgeblieben waren, oder ob sich diese überhaupt noch in ihrem Besitz befänden.

Diese Person, Herr Felix Antonio Pascual Rubio, erzählte in seiner nächsten E-Mail, dass es eine frühe Tonbandaufnahme gäbe, auf der Conchita ihr eigenes Tagebuch vorliest, und dass er eine Kopie dieser Aufnahme besäße, die er uns zur Verfügung stellen würde! Am nächsten Tag begann er aufs Geratewohl in einem großen Stapel von Dokumenten über Garabandal zu suchen und fand nach kurzer Zeit die 16 originalen A-4 Seiten der fraglichen Abschrift, was ihn mehr als erstaunte! 

Später teilte uns Herr Pascual Rubio mit, dass er vor ca. 30 Jahren in einem Artikel einer lokalen Illustrierten zum ersten Mal von Garabandal hörte, aber feststellen musste, dass im Spanien der 1990er Jahre kaum jemand über diese Erscheinungen Bescheid wusste. Es stellte sich dann heraus, dass Herr Pascual Rubio die letzte Person war, die in der Folge einige der älteren noch lebenden Augenzeugen der Vorfälle gründlich interviewt hatte. Vor kurzem veröffentlichte er ein Buch mit einigen dieser Interviews, und entschloss sich, dieses unentgeltlich auf der Website von Santiago Lanús in Argentinien (http://www.virgendegarabandal.com) zur Verfügung zu stellen. Unter den Personen, die Herr Pascual Rubio interviewte, befand sich auch der Geschäftsmann Plácido Ruiloba aus Santander, der damals die Tonbandaufnahme in Conchitas Küche gemacht hatte. Er war ein wichtiger Augenzeuge und Freund der Familie, der im Tagebuch der Seherin Conchita mehrmals erwähnt wird.

So kam es dann dazu, dass die Auswertung der Tonbandaufnahme, Scans der Fotokopie der erwähnten maschinegeschriebenen Abschrift des Tagebuches, die Faksimile Seiten, sowie (für den zweiten Teil), die Zitate in Pater Eusebio García Pesqueras bekanntem Garabandal Buch es erlaubten, den Text in seiner Gesamtheit wiederherzustellen.

(Se fue con prisas a la montaña / Maria aber ... machte sich mit Eile in das Gebirge auf, gemäß Lk. 1,39)]]


Die Rekonstruktion des Textes war eine ziemlich mühselige Arbeit, die sich aber doch gelohnt hat, vor allem was die Ereignisse der ersten Tage betrifft. Die natürliche Art und Weise, in der Conchita die Ereignisse schildert, ist in der „Padre Morelos“ Version oft verloren gegangen, in einigen Abschnitten sogar vollkommen und dies ohne guten Grund.

Aus der Tonbandaufnahme von Ruiloba ist auch herauszuhören, dass Conchita nicht sehr begeistert war, ihr ganzes Tagebuch vorlesen zu müssen (die Zeit, in der die Mädchen die Erscheinungen und die anderen Seherinnen verleugneten, war 1963 bereits gekommen. Diese problematische Periode wurde von der Heiligen Jungfrau selbst gleich zu Beginn der Erscheinungen vorausgesagt und stieß damals bei den Mädchen auf völliges Unverständnis). Conchita las das Tagebuch nur vor, weil Herr Ruiloba, der ein sehr enger Freund war, so sehr darauf bestand. Dasselbe gilt für das Tagebuch selbst. Wer also glaubt, dass das Mädchen plante, mit seinen Erlebnissen Berühmtheit zu erlangen, der irrt sich sehr.

Oft hört man die Behauptung, dass die vier Mädchen eine eingeschworene Clique bildeten, die ihre „Vorstellungen“ minutiös gemeinsam planten. In Wahrheit war z.B. Conchita damals nicht mit Jacinta befreundet, wie bereits klar aus der ersten Episode des Tagebuchs hervorgeht. Auch ihre Eltern und die Dorfbewohner bestätigten mehrmals, dass die vier vor Beginn der Erscheinungen keine Gruppe von Freundinnen bildeten. Es war also die heilige Jungfrau selbst, die sich gerade diese vier Kinder ausgesucht hatte, so wie Sie sich auch jetzt für die Verbreitung Ihrer Botschaft Menschen verschiedenster Herkunft aussucht, – so wie Sie es für richtig hält, und nicht wie es uns Menschen als logisch erscheint!

Jeder, der über die Erscheinungen von Garabandal gelesen hat, weiß, dass diese Ereignisse sehr komplex sind und viele Facetten besitzen (auch wegen ihrer langen Dauer). Aufgrund der Tatsache, dass sie vom zuständigen Bistum Santander nicht als übernatürlich anerkannt sind, hat niemand versucht, gewisse Schilderungen zu beschönigen oder zu verändern.

So ist in Garabandal die Dokumentation bruchstückhaft und besteht aus vielen persönlichen Erlebnissen verschiedenster Besucher, aber auch der Eltern und Verwandten der Mädchen, sowie der Dorfbewohner. Den besten Versuch, eine chronologische Ordnung in die vielen Berichte zu bringen, unternahm der Kapuzinermönch Eusebio García de Pesquera (s. oben), der selbst nicht Zeuge der Erscheinungen war. Er trug in mühevoller Kleinarbeit verschiedene Quellen zusammen, überprüfte diese und brachte sie unter dem Pseudonym Dr. Gobelas in Buchform heraus. Seine persönlichen Nachforschungen dauerten von 1970 bis in die 1980er Jahre. Die ursprünglichen Ausgaben der beiden ersten Teile dieses umfangreichen Werks, die das Jahr 1961 abdecken, wurden in der ersten Hälfte des Jahres 1972 bzw. im Jahr 1973 veröffentlicht, der zweite und letzte Teil im Jahr 1974, die Gesamtausgabe in einem Band im Jahr 1979. Es gibt Indizien aus der privaten Korrespondenz Pesqueras, dass ein Bischof der Diözese Santander, José María Cirarda, im Jahr 1970 mittels Druck auf den Stiftsvorsteher des Kapuzinermönches persönlich dafür sorgte, dass diesem der Zugang zum Dorf verwehrt wurde, als Pesquera plante, für weitere Recherchen die Dorfbewohner selbst zu befragen.

Diese Tatsache erklärt zum Teil, warum eine den Erscheinungen vollkommen fremde Person wie Ramon Perez, der zwar spanische Wurzeln hatte, aber in Frankreich lebte und nur schlecht Spanisch sprach, von der Heiligen Jungfrau dazu auserkoren wurde, die Dorfbewohner im Jahr 1971 (10 Jahre nach Beginn der Erscheinungen) gründlich zu befragen. Denn das Bistum konnte es einem französischen Touristen wohl nicht verbieten, das Bergdorf zu besuchen. Perez schrieb das bekannte Buch („Le village parle“ / zu Deutsch etwa: „Das Dorf sagt aus“), in dem er alle Dorfbewohner, die damit einverstanden waren, standardisierte Fragen beantworten liess. Wie Perez dazu kam, schildert er in einem Interview aus dem Jahr 2020 auf Youtube. Es ist eine wahrlich unglaubliche Geschichte, die an anderer Stelle kurz erzählt werden soll.

Aus verschiedenen Quellen geht hervor, dass alle vier Mädchen sehr unter den Angriffen des Bistums Santander zu leiden hatten (gemäß vielen Garabandal-Autoren zu Unrecht, da keine belastbaren theologischen Gründe vorlagen). Man setzte offensichtlich alles daran, die Erscheinungen ein für alle Male zu „versenken“ und massiven psychologischen Druck auf die Seherinnen auszuüben. Das genaue Motiv für das „feindliche“ Verhalten des Bistums gegenüber den Erscheinungen, das bis heute andauert, bleibt eines der großen Geheimnisse von Garabandal. Es ist bekannt, dass Conchita, Maria-Dolores und Jacinta dank der Vermittlung des blinden Italo-Amerikaners Joey Lomangino, einem dedizierten Verfechter der Erscheinungen von Garabandal, am Anfang der 1970er Jahren in die USA auswanderten (bzw. aus ihrem Heimatland flohen), und nur María Cruz Madrazo in Spanien zurückblieb, sie aber in eine andere Provinz zog.

Conchitas „öffentliches Tagebuch“ * ist eine der wichtigsten Quellen der Erscheinungen von Garabandal, jedoch weist es verschiedene Schwächen auf (Daten, logische Abfolge, usw.). Das Mädchen hat es nur geschrieben, weil sie, wie gesagt, von einigen Theologen, die von der Echtheit der Erscheinungen überzeugt waren, inständig darum gebeten wurde.

Conchita begann ihr Tagebuch viele Monate nach den Ereignissen niederzuschreiben. Ein Problem sind also auf der einen Seite unsichere Zeitangaben und nachweislich falsche Daten. (Das Mädchen hatte offensichtlich im Dorf nicht einmal einen Kalender aus dem Jahr 1961 zur Hand!) Auf der anderen Seite ist es so, dass das Tagebuch zwar die Anfänge der Erscheinungen sehr detailliert beschreibt, aber immer weniger Informationen gegeben werden, je weiter die Monate voranschreiten. Ein Grund dafür mag sein, dass das „Außergewöhnliche alltäglich wurde“, eine Formulierung, die sich als Überschrift des fünften Kapitels im ersten Teil des Werks von Eusebio G. Pesquera findet. Ein weiteres Problem ergibt sich aus der Tatsache, dass sich die Kinder während der „dynamischen“ Ekstasen (ab August 1961) ihrer körperlichen Aktivitäten und Bewegungen kaum bewusst waren, so dass Personen, welche die Ekstasen von außen beobachteten, oft genauere Beschreibungen des Geschehenen geben konnten als die Mädchen selbst.

(** Es gibt noch ein weiteres Tagebuch, das Conchita mit ihrem geistlichen Beistand und ihrer Lehrerin, der Nonne María Nieves García, im Jahr 1966 während ihres Aufenthalts im Kolleg der Konzeptionistinnen in Burgos aufgeschrieben hat. Darüber hinaus gibt es noch die wirklich privaten Aufzeichnungen, von denen einige Fragmente unerlaubt veröffentlicht wurden. Aus diesem Grund ist es wenig wahrscheinlich, dass noch weiteres biografisches Material zu Lebzeiten Conchitas öffentlich wird.)

Was aber die Kommunikation mit der Erscheinung betrifft, nahmen sie diese wahr, wie wir eine tatsächlich vorhandene Person wahrnehmen; Einzelheiten der Gespräche mit Ihr drangen aber kaum nach außen. Was jedoch ihre körperlichen „Aktivitäten“ betrifft, erhielten sie oft nur eine sehr begrenzte, oder gar keine sensorische Rückmeldung. Im letzteren Fall speicherte ihr Gehirn die letzte Position, in der sich ihr Körper befand, bevor der ekstatische Zustand eintrat.

Manche Menschen ziehen aus diesen Tatsachen den Schluss, dass die komplexeren Ekstasen, wie die ekstatischen Stürze dämonischen Ursprungs waren. Gebildete Pfarrer und Theologen wussten jedoch, dass auch katholische Heilige ähnliche Erfahrungen machten. Und selbst der kritisch veranlagte spätere Geschäftsmann Juliani y Morencos (der die genauesten Aufzeichnungen der Ekstasen verfasste), war tief beeindruckt von der hohen Ästhetik dieser lebenden Skulpturen, die anscheinend ein sichtbares Symbol der Ehrerbietung des Menschen gegenüber dem allmächtigen Gott darstellten.

Aus rein naturwissenschaftlicher Sicht erscheint es nicht möglich, die beobachteten Anomalien zu klassifizieren oder sie irgendeiner bekannten Ursache oder Technik zuzuordnen. Sollte tatsächlich eine Art „Technologie“ im Spiel gewesen sein, so wäre diese so weit von unseren physikalischen und biologischen Vorstellungen entfernt, dass unserer Meinung nach jede tiefer gehende Erklärung zum Scheitern verurteilt wäre. Manifestationen des sogenannten „Paranormalen“ passen ebenfalls nicht zu vielen Anomalien, die täglich in Garabandal auftraten, und könnten diese nicht erklären. Darüber hinaus ist eine lineare Weiterentwicklung und Steigerung der Phänomene zu beobachten, angefangen von den ersten „statischen“ Ekstasen in den letzten Junitagen 1961 (die von einigen Ärzten vorschnell als kataleptische Zustände diagnostiziert wurden), bis hin zu den extrem komplexen Phänomenen Mitte August, deren intensivste Phase gemäß Juliani y Morencos bis zum 18. Oktober 1961 andauerte, also dem Tag des Verlesens der ersten Botschaft. Das Erzeugen und die direkte Steuerung der Phänomene durch das Bewusstsein des Erzengels erscheint am wahrscheinlichsten, obwohl uns diese Variante als vollkommen fremd, absurd und unglaublich erscheint.

Es hat auch den Anschein, als ob der Engel sehr sorgfältig vorgegangen war, um die Gesundheit der Mädchen nicht zu gefährden, wenn sie in das unserer Physik unbekannte Feld mit seinen erstaunlichen Eigenschaften versetzt wurden. Ein solches Feld muss unbedingt postuliert werden, um zum Beispiel die Tatsache zu erklären, dass darin oft keine normale Schwerkraft herrschte. Ich schreibe dies nicht leichtfertig, sondern nach sorgfältigem Studium der Augenzeugenberichte.

Dass bei den Ekstasen immer wieder eine ganze Reihe von physikalischen Gesetzen gebrochen wurde, geht aus verschiedensten Schilderungen hervor. Auch dass in den meisten Fällen Außenstehende die Körper der Mädchen in Ekstase weder bewegen, noch anheben konnten, wurde wiederholt beobachtet und verblüffte alle Augenzeugen, die sich diese Ereignisse aus nächster Nähe ansahen; während dies den Mitseherinnen, auch wenn sie sich selbst im normalen Zustand befanden, ohne jede Anstrengung möglich war. Wurde hingegen von einigen Personen rohe Gewalt angewendet, war es manchmal möglich, die Glieder der Mädchen in verdrehte Positionen zu bringen, in denen sie „eingefroren“ verblieben. Die so blockierten Gliedmassen konnten nur durch eine der anderen Seherinnen wieder „entzerrt“ werden.

Im Kapitel „Das geheimnisvolle Ekstase-Feld von Garabandal“, das sich im Anhang findet, werden alle Anomalien aufzählt, die wiederholt auftraten und von zuverlässigen Augenzeugen gesehen wurden. Da sich die Vorgänge über einen so langen Zeitraum erstreckten, und so viele verschiedene Menschen aus allen sozialen Schichten anwesend waren, kann die Erklärung einer kollektiven Hysterie oder Wahrnehmungsstörung ausgeschlossen werden. 

Allerdings sah nicht jeder Beobachter alles, wie auch nicht alles gefilmt oder photographiert wurde. Die ekstatischen Märsche fanden hauptsächlich in der Dämmerung und nachts statt und begannen so unvermittelt, dass Augenzeugen vom  Beginn der Ekstase vollkommen überrascht wurden. Auf die Behauptung einiger, die Kinder seien geflogen und nicht gelaufen, entgegnete der zuverlässige Augenzeuge Benjamin Gomez, dass die Füße der Mädchen sehr wohl den Boden berührten, aber auf eine seltsame Art, die Gomez an Tanzschritte erinnerte. Den meisten Augenzeugen fiel auf, dass die Beinbewegungen der Mädchen in Ekstase nicht zu der hohen Geschwindigkeit passte, mit der sie sich tatsächlich fortbewegten (Psychotherapeut Puncernau). Andere beobachteten, dass Steine, über welche die Mädchen liefen, nicht bewegt wurden und dass sich die „Märsche“ aus der Entfernung anhörten wie der Flügelschlag eines vorbeifliegenden Vogelschwarms. Pfarrer de la Riva berichtet von einem zischenden Geräusch, als eines Mädchen an ihm vorbei rannte.

Zuletzt muss man noch die Theorie einiger Forscher erwähnen, die besagt, dass alle echten Marienerscheinungen Kontakte „der dritten Art“ mit Außerirdischen sind. Man vergisst dabei, dass die überaus schädlichen physischen und psychischen Auswirkungen, die von Menschen erlebt werden, die diesen Phänomenen begegnen (typische Folge: posttraumatisches Stresssyndrom), nicht mit dem zu vergleichen sind, was in Garabandal beobachtet wurde.

Und alles einem übertriebenen religiösen Eifer der Menschen zuzuschreiben, die Zeugen der Erscheinungen waren, steht im Widerspruch zu dem, was tatsächlich gesehen und detailliert beschrieben wurde, einschließlich der originalen geflüsterten Worte, welche die Mädchen mit der Erscheinung wechselten und die entweder auf Band aufgenommen oder abgeschrieben wurden (auch wenn sie nur zu verstehen waren, wenn um die Kinder völlige Ruhe herrschte).

Uns erscheint die klassisch religiöse Erklärung, dass ein oder zwei Erzengel und die Mutter Gottes in San Sebastián de Garabandal anwesend waren, diejenige, die am besten zu den außergewöhnlichen Vorfällen passt, die in diesem Dorf während jener denkwürdigen Jahre beobachtet und erlebt wurden. Man könnte sogar so weit gehen, die Erscheinungen der heiligen Jungfrau Maria in dem kleinen Bergdorf San Sebastián de Garabandal als das letzte biblische Ereignis zu bezeichnen, das Gott in seiner Barmherzigkeit den Menschen geschenkt hat, die an Ihn glauben.

© Alle Rechte vorbehalten Stiftung Causa Garabandal

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